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Großer Passauerhof [Stein, Steiner Landstraße 76]

Wolfgang Amadeus MOZART, Andante (KV 1a); Ton Koopman, Cembalo Stein...

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Wolfgang Amadeus MOZART, Andante (KV 1a); Ton Koopman, Cembalo Stein galt neben der Schwesternstadt Krems aufgrund seiner Lage schon seit dem Mittelalter als bedeutender Handelsplatz. Neben Salz, Eisen und Holz war es vor allem der Wein, welcher die wirtschaftliche Prosperität von Stein und Krems begründete. So stand das Steueraufkommen der beiden Bürgerstädte im 13. und 14. Jahrhundert jenem von Wien nicht nach! Die heute noch existierenden Namen zahlreicher Lesehöfe erinnern an die einstige wirtschaftliche Bedeutung von Bistümern wie Göttweig, Klosterneuburg oder Melk. Ein besonders repräsentativer Wirtschaftshof ist der des Bistums Passau. Bereits 1263 erstmals erwähnt, erinnert der weiträumige Renaissancebau mit seiner imposanten, dekorativen Fassade an Macht und Wohlstand seiner Besitzer. Als fürstbischöflichen Gutsverwalter der Passauer finden wir im 18. Jahrhundert auch den Namen von Johann Georg Köchel, einem würdigen Vertreter des selbstbewussten Steiner Bürgertums – so bekleidete dessen Vater Georg Gerhard Köchel zweimal das Bürgermeisteramt. Hier im Großen Passauerhof wurde am 14. Jänner 1800 als Sohn von Johann Georg Köchel und Maria Aloisia deren zweiter Sohn Ludwig geboren (Ludwig hatte noch einen um zwei Jahre älteren Bruder Fritz, drei jüngere Geschwister starben frühzeitig). Ludwig Köchel verbrachte hier seine Kindheit und sollte in späteren Jahren als Schöpfer des ‚Chronologisch-thematischen Verzeichnisses sämtlicher Tonwerke Wolfgang Amadé Mozarts‘ in die Annalen der Musikgeschichte eingehen. Im Jahr 1862 erstmals erschienen, gilt das mittlerweile in 8. Auflage vorliegende ‚Köchel-Verzeichnis‘ auch heute noch als das wichtigste Nachschlagewerk in Sachen Mozart. Wolfgang Amadeus MOZART, Menuett in F (KV 5); Ton Koopman, Cembalo

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Mazzetti-Haus [Stein, Schürerplatz 8]

Wohnhaus der Familie Köchel (1818/1819–1824)
Das sogenannte Mazzetti-Haus – benannt nach ...

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Wohnhaus der Familie Köchel (1818/1819–1824)
Das sogenannte Mazzetti-Haus – benannt nach einem einstigen Besitzer, dem Steiner Bürger Carl Mazzetti – ist eines der imposantesten Barockhäuser Steins. Geplant wurde das repräsentative Palais mit seinem aufwändig dekorierten Eingangsbereich vom bekannten Barockbaumeister Jakob Prandtauer, der es 1719/1720 für den Bürgermeister Jakob Oswald von Mayreck errichten ließ. – Ziemlich genau hundert Jahre später sollte dieses Bürgerhaus zur letzten Wohnstätte der Familie Köchel in Stein werden. 1818/1819 zog man vom nahe gelegenen ‚Freyhof‘ hierher. Allerdings dürften der junge Ludwig und sein um zwei Jahre älterer Bruder Fritz zu dieser Zeit nur mehr gelegentlich nach Stein gekommen sein. Beide lebten und studierten damals bereits in Wien, Ludwig an der Universität Philosophie und Rechtswissenschaft. – Die Übersiedlung der Eltern in dieses Haus stand allerdings unter keinem guten Stern. Nur ein Jahr nach dem Umzug verstarb Ludwigs Vater Johann Georg Köchel, krank und hoch verschuldet, am 10. Oktober 1820. Mit dem Tod seiner Frau vier Jahre später enden die Spuren der Familie Köchel in Stein. Wolfgang Amadeus MOZART, Konzert für Klavier und Orchester in A, Nr. 23 (KV 488), 2. Satz: Adagio; Alfred Brendel, Klavier; Academy of St. Martin in the Fields; Neville Marriner Übrigens: Um das tatsächliche Geburtshaus von Ludwig Köchel zu identifizieren brauchte es fast 100 Jahre! Der Hinweis auf der links vom Eingang angebrachten Marmortafel, dass es sich hier um sein Geburtshaus handeln würde, ist falsch. Sie entspringt einer irrtümlich vorgenommen Zuschreibung durch den Historiker Probst Anton Kerschbaumer aus dem Jahr 1906. Anfang der 1950er-Jahre glaubte der damalige Leiter des Kremser Stadtarchivs das vermeintliche Geburtshaus mit der Adresse Steiner Landstraße 62 identifiziert zu haben – wie sich herausstellen sollte, ein abermaliger Irrtum. Es sollten nochmals fast fünfzig Jahre vergehen, bis 1999 zweifelsfrei das tatsächliche Geburtshaus Ludwig Köchels mit dem Großen Passauerhof bestimmt werden konnte! Wolfgang Amadeus MOZART, Konzert für Klavier und Orchester in C, Nr. 25 (KV 503), 1. Satz: Allegro maestoso; Alfred Brendel, Klavier; Academy of St. Martin in the Fields; Neville Marriner

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Freyhof [Stein, Hintere Fahrstraße 3–5]

Wohnort der Familie Köchel zwischen 1810 und 1818/19
Im Jahr 1810 übersiedelte die Familie K...

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STATION 3

Wohnort der Familie Köchel zwischen 1810 und 1818/19
Im Jahr 1810 übersiedelte die Familie Köchel aus der wenig komfortablen Dienstwohnung des mittelalterlichen Passauerhofes in den so genannten ‚Freyhof‘, einen repräsentativen einstöckigen Wirtschaftshof mit schönem Garten im Nordwesten der Stadt gelegen. Johann Georg Köchel, nach der Säkularisierung des Passauer Bistums 1803 nun als amtlicher Verwalter des „kaiserlich-königlichen Kasten- und Kelleramts“ tätig, ersteigerte das Anwesen im Zuge einer öffentlichen Auktion um 8000 Gulden. Wie sehr sich die Lebensqualität der Familie mit dem Erwerb des ‚Freyhofes‘ verbessert hatte, zeigt ein Blick ins Inventarbuch des Anwesens. Demnach verfügte der Hof zu ebener Erde über ein Vorhaus, Dienstbotenzimmer, Gartenzimmer, Nebenzimmer, Küche, Speisekammer, Pferdestall, Waschküche, Presshaus, und ein Kellergewölbe. Im Obergeschoß befanden sich Schlafzimmer, Tafelzimmer, ein großes Wohnzimmer und ein weiteres Gastzimmer. – Allerdings konnte die Familie ihr Glück nicht allzu lange genießen. Der Staatsbankrott von 1811 dürfte auch die Köchels in wirtschaftliche Nöte gestürzt haben. Ob die Staatskrise auch einen möglichen Verlust von Johann Georg Köchels Dienststelle bewirkt hat, muss Spekulation bleiben. Jedenfalls steht nur wenige Jahre nach dem Erwerb der Freyhof wieder zum Verkauf. Der Erlös von 4000 Gulden kann die ausstehenden Schulden nur zum Teil abdecken. Als Johann Georg Köchel wenig später 1820 im Alter von 57 Jahren stirbt, vermerkt das Sterbebuch Verbindlichkeiten von weit mehr als 6000 Gulden, darunter „ausständiges Kostgeld für die beiden studierenden Söhne Fritz und Ludwig in der Höhe von 1000 Gulden“… Wolfgang Amadeus MOZART ‚Die betrogene Welt’ (KV 474); Text: Christian Felix Weiße; Elly Ameling, Sopran; Dalton Baldwin, Klavier

STATION 4

Geburtshaus von Eva Rosina Barbara Altmann [Stein, Steiner Landstraße 74]

Die Gedenktafel an der Fassade des mit einem spätgotischen Flacherker versehenen Bürgerhauses aus ...

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STATION 4

Die Gedenktafel an der Fassade des mit einem spätgotischen Flacherker versehenen Bürgerhauses aus dem 17. Jahrhundert führt uns zu noch kaum bekannten Spuren der Familie Mozart. In diesem Haus wurde am 18. Dezember 1681 (oder tags zuvor) Eva Rosina Barbara Altmann geboren, die Großmutter mütterlicherseits von Wolfgang Amadeus Mozart. Eva Rosina Barbara war die Tochter des Gerichtsschreibers Dominicus Altmann, eines „hochintelligenten und vitalen Mannes“ (wie Erich Schenk schreibt) und Anna Sophia, geborene Zalner aus Hallstatt. Eva Rosina Altmann heiratet in jungen Jahren 1702 den Steiner Ignatius Franciscus Puxbaum, ein Bürgersohn aus angesehener Familie. Nach dessen frühem Tod folgt Eva Rosina Barbara in zweiter Ehe dem Pflegekommissär Nikolaus Pertl 1712 nach St. Gilgen. Hier wird 1720 deren gemeinsame Tochter Anna Maria Pertl geboren, die spätere Mutter Wolfgang Amadeus Mozarts. In der Mozart-Literatur beschrieben als geradliniger, lebenslustiger und herzlicher Familienmensch, könnte dieses mütterliche Erbe auch für Mozarts „naive, lustige, kindische Züge“ (wie Alfred Einstein schrieb) mitverantwortlich gewesen sein. Mozarts Großmutter Eva Rosina Barbara Pertl stirbt am 9. Dezember 1755 – nur wenige Wochen vor der Geburt ihres Enkelsohnes. Es ist anzunehmen, „dass Mozart über die Herkunft seiner Großmutter (…) aus Erzählungen seiner Mutter eine Ahnung hatte“ wie der Mozart-Forscher Heinz Schöny anmerkt. – Bemerkenswert auch, welches architektonische Juwel sich uns beim Betreten des gleich nebenan befindlichen idyllischen Innenhofes auf Steiner Landstraße 72 präsentiert: der Kleine Passauerhof – beliebte Kulisse so mancher Historienfilme – ein imposantes Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert mit einer dekorativen Rundzinnenbekrönung und profilierter Fensterumrahmung beherrscht den Platz. Wolfgang Amadeus MOZART, Sinfonie in D, Nr. 31 ‚Pariser-Symphonie’ (KV 297), 3. Satz: Allegro; Academy of St. Martin in the Fields; Neville Marriner

STATION 5

Ernst Schandl Wohnhaus [Stein, Donaulände 60]

An der Donaulände finden wir das schmucke, freundlich und einladend wirkende Bürgerhaus der Musike...

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STATION 5

An der Donaulände finden wir das schmucke, freundlich und einladend wirkende Bürgerhaus der Musikerfamilie Schandl. Der Waldviertler Ernst Schandl – geboren 1920 in Hoheneich bei Gmünd – zählte zu den prägenden Persönlichkeiten des Musiklebens in Krems und Stein. Nach einer Ausbildung zum Musikpädagogen an der LBA Krems und einem anschließenden Studium der Kirchenmusik an der Musikakademie Wien wirkte Schandl als charismatischer Musikpädagoge Jahrzehnte lang erfolgreich an mehreren Kremser Bildungsinstitutionen. – In gleicher Weise engagiert, betreute er als Regenschori und Organist die Kirchenmusik an der Pfarrkirche Stein über mehr als fünfzig Jahre von 1946 bis zu seinem Tod 1997; und er war zudem Organist und Chorleiter in der Justizanstalt Stein. – Schandl komponierte neben der Sakralmusik ebenso weltliche Werke. So reicht das breite Spektrum von Messen, einem Requiem, Kantaten und kleineren Kirchenkompositionen bis zu Orchesterwerken, Chören und Liedern. – Besondere Verdienste erlangte Ernst Schandl aber in der Volksmusik: ob als langjähriger Leiter der Kremser Stadtkapelle, als Chorleiter des Kremser Gesangvereins, oder als Gründer und Leiter der „Wachauer Schrammeln“: Ernst Schandl prägte die regionale Volksmusik-Szene nachhaltig. Er schrieb beliebte und bald allseits bekannte Lieder wie das ‘Wachauer Hauerlied‘, ‚In der Wachau’, oder ‚Mein Donautal‘. So gilt Ernst Schandl neben seinen Vorläufern Ludwig Muther und Rudolf Süß als bedeutendster Wachau-Lied-Komponist. Ihm zu Ehren wurde der Park gegenüber seiner langjährigen Wirkungsstätte, der ehemaligen Steiner Hauptschule (heute: Danube Privat University) noch zu Lebzeiten in ‚Prof. Ernst Schandl-Park’ umbenannt und der Musiker 1997 kurz nach seinem Tod posthum zum Ehrenbürger der Stadt Krems ernannt. Ernst SCHANDL ‚Mein Donautal‘; Text: Franz Keim; Ernst Schandl (Gesang), Wachauer Spielmusik

STATION 6

Ehemaliger Gasthof zum Elefanten; heute: Haus der Regionen [Stein, Donaulände 56]

Wenn auch die erste Erwähnung eines hier angesiedelten Gastbetriebes nicht vor 1721 erfolgte, läss...

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STATION 6

Wenn auch die erste Erwähnung eines hier angesiedelten Gastbetriebes nicht vor 1721 erfolgte, lässt sich der Kern des Gebäudes doch bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Name erinnert an ein historisches Ereignis aus dem Jahr 1552, als Erzherzog Maximilian von Österreich auf seiner Aufsehen erregenden Reise nach Wien einen Elefanten im Begleittross mitführte. – Der Platz an der Donaulände galt zudem seit alters her als ideale Anlegestelle und Umschlagplatz. So ist auch ein kurzer Aufenthalt der Familie Mozart dokumentiert, die im Zuge ihrer ersten Reise auf dem Weg in die Habsburgerresidenz hier in Stein am 5. Oktober 1762 nächtigte. Wie aus einem Brief Leopold Mozarts an den befreundeten Lorenz Hagenauer hervorgeht, ergriff der Vater schon während der Anreise nach Wien jede Gelegenheit das Wunderkind Wolfgang zu präsentieren. So schreibt Leopold am 16. Oktober 1762: „An dem Fest des hl. Francisci [= 4. Oktober] sind wir nachmittag um halbe 5 Uhr von Lintz mit der sogenannten Wasser-Ordinaire abgereiset, und selbigen Tag bey finstrer Nacht um halb 8 Uhr in Mautthausen angelangt. Den folgenden Tag Mittags kamen wir nach Ybbs, wo 2 Minoriten und ein Benedictiner die mit uns auf dem Schiff waren, hl. Messe lasen, unter welchen unser Wolferl sich auf der Orgel so herumtummelte und so gut spielte, dass die Patres Franciscaner, die eben mit einigen Gästen bei der Mittagstafel saßen, samt ihren Gästen das Essen verließen, dem Chor zuliefen und sich fast zu Tode wunderten. Nachts waren wir zu Stein, und am Mittwoch langten wir um 3 Uhr in Wien an, wo wir um 5 Uhr das Mittag-und nachtmahl zugleich einbrachten.“ Wolfgang Amadeus MOZART, Sonate in C (KV 6), 4. Satz: Allegro molto; Blandine Verlet, Cembalo; Gérard Poulet, Violine Seit 2004 präsentiert hier das ‚Haus der Regionen‘ die unterschiedlichsten Volkskulturen Europas. In Veranstaltungsreihen von Konzerten bis zu gesellschaftsrelevanten Kamin gesprächen wird dabei die Idee verfolgt, „neue Zugänge zu den regionalen Kulturen der europäischen Regionen zu schaffen“, sowie „Volkskultur in ihren vielfältigen traditionellen und zeitgenössischen Ausdrucksformen zu fördern.“ In der „Galerie der Regionen“ im Erdgeschoß stehen ausgewählte Kunsthandwerksprodukte aus Niederösterreich, Österreich und den europäischen Regionen zum Verkauf. ‚Siúil a riún‘ (Irisches Traditional); Michael McGlynn (Arr.); Junger.Chor.Niederösterreich; Magdalena Pichler (Solo); Oliver Stech (Ltg.)

STATION 7

Ehemalige Trivialschule [Stein, Steiner Landstraße 62]; Ludwig-von-Köchel-Platz

Wolfgang Amadeus MOZART, Allegro in C (KV 1b); Ton Koopman, Cembalo ...

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STATION 7

Wolfgang Amadeus MOZART, Allegro in C (KV 1b); Ton Koopman, Cembalo Noch bis in die späten 1990er Jahre (!) glaubte man mit dem Haus Steiner Landstraße 62 nun das tatsächliche Geburtshaus Ludwig Köchels identifiziert zu haben. Die abermals falsche Zuordnung erfolgte wohl in Unkenntnis der, im Laufe der Jahrhunderte mehrfach vorgenommenen wechselnden Zählungen der Hausnummern. Tatsächlich handelt es sich bei dem Gebäude um ein ehemaliges Bürgerhaus, welches 1715 zu einem Schulhaus umgebaut wurde. Zunächst im Besitz der Pfarre Stein, ging es 1827 ins Eigentum der Stadt über. Ludwig Köchel, wie auch sein um zwei Jahre älterer Bruder Fritz besuchten demnach hier die mehrklassige Grundschule. – Ebenso dürfte auch die Benennung des schräg vis à vis befindlichen kleinen Platzes als ‚Ludwig-von-Köchel-Platz‘ auf die irrtümliche Zuordnung des Geburtshauses zurückzuführen sein. Wolfgang Amadeus MOZART ‚Das Kinderspiel’ (KV 598); Text: Christian Adolph Overbeck; Elly Ameling, Sopran; Dalton Baldwin, Klavier

STATION 8

Klangraum Minoritenkirche [Stein, Minoritenplatz]

Als eine der frühesten Gründungen der Franziskaner nördlich der Alpen wird das Minoritenkloster b...

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STATION 8

Als eine der frühesten Gründungen der Franziskaner nördlich der Alpen wird das Minoritenkloster bereits 1253 erstmals urkundlich genannt, die Kirche wenig später 1264 dem Hl. Ulrich geweiht. Seit den Josephinischen Reformen Ende des 18. Jahrhunderts säkularisiert, wurden Kloster und Kirche unterschiedlich genutzt, als Tabakwarenlager ebenso wie als Feuerwehrdepot. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr der ehemalige Sakralbau wieder eine, ihm angemessene, kulturhistorische Würdigung. Nach aufwändiger Restaurierung wurde die spätromanisch-gotische Kirche seit den 1950er Jahren als Kulturzentrum reaktiviert und als repräsentativer Rahmen für zahlreiche Ausstellung genützt. – Mit der 1992 erfolgten Anbindung an die Kunsthalle Krems rückte die Gegenwartskunst ins programmatische Zentrum. Nach umfassender Renovierung des Innenraumes 2002 erfolgte schließlich die Umgestaltung zum stimmungsvollen ‚Klangraum Krems’. Der Name ist Programm, wenn der atmosphärisch einzigartige Charakter des Sakralraums nun zum integralen Parameter zeitgenössischen Klangkunst-Erlebens wird; zu hören etwa in den Konzerten des jährlich stattfindenden Osterfestivals ‚Imago Dei‘. György Ligeti ‚Lux aeterna’; Chor des Norddeutschen Rundfunks; Helmut Franz (Ltg.) Die Minoritenkirche bietet aber auch Raum für das international renommierte ‚donaufestival‘, oder das ebenso erfolgreiche Festival ‚Glatt&Verkehrt‘ mit seiner aktuellen Konzertreihe ‚HerbstZeitlos‘. Nouvelle Cuisine & Trachtenkapelle Rossatz, mc²-snapshots (Komp. Christoph Cech, Bertl Mütter, Martin Ptak, Christian Mühlbacher)

STATION 9

Ernst Krenek Forum [Stein, Minoritenplatz 4]

Zu einem Zentrum von Kunst und Kultur wurde neben der Minoritenkirche auch das im Norden anschließe...

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STATION 9

Zu einem Zentrum von Kunst und Kultur wurde neben der Minoritenkirche auch das im Norden anschließende ehemalige Minoritenkloster ausgebaut. Gedacht als thematische Fortsetzung und Ergänzung der weiter östlich vor den Toren Steins gelegenen Kunstmeile, findet man hier die Auseinandersetzung mit moderner, zeitgenössischer Kunst inmitten der historischen Altstadt von Stein. – Widmet sich das Frohner-Forum der bildenden Kunst, so versteht sich das 2008 eröffnete Ernst Krenek Forum als ein Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit diesem wichtigen österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der in Wien geborene Krenek landete mit seiner sogenannten „Jazz“-Oper ‚Jonny spielt auf‘ Mitte der 1920er Jahre einen Sensationserfolg. Die Oper löste eine wahre Jonny-Mode aus (die nach dieser Opernfigur benannte Zigarettenmarke ‚Jonny‘ existiert bis heute!). Sie sollte den jungen Komponisten über Nacht in die erste Reihe der zeitgenössischen Komponisten bringen, wurde jedoch im Nationalsozialismus als „entartete Kunst“ gebrandmarkt. – Ende der 1920er Jahre hatte sich Krenek verstärkt auf die Suche nach seinen musikalischen Wurzeln begeben, die er in seiner österreichischen Heimat zu finden glaubte. So entstand 1929 das ‚Reisebuch aus den österreichischen Alpen‘ – ein musikalisches Zeitbild voll kritischer Distanz, wehmütiger Schubert-Reminiszenzen und liebevoller Ironie. Letztere wird im Lied „Unser Wein“ direkt angesprochen, wenn es dort heißt: „Von Süd und Ost belagert stürmisch unsre Alpen unser Wein. Da ist der weiße Wein von Wien und Gumpoldskirchen, der von Krems aus der Wachau,…“ Ernst KRENEK ‚Reisebuch aus den österreichischen Alpen‘ op. 62: ‚Unser Wein‘; Robert Holl, Bassbariton; Midori Ortner, Klavier

STATION 10

Salzstadl [Stein, Donaulände 32]

Der Name ‚Salzstadl‘ verweist auf die einstige Funktion dieses mächtigen zweigeschoßigen Doppe...

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STATION 10

Der Name ‚Salzstadl‘ verweist auf die einstige Funktion dieses mächtigen zweigeschoßigen Doppelgebäudes, das schon im 16. Jahrhundert den Steiner Handelsleuten als Depot und Ladestation für Salz, Wein, Getreide und vieles mehr diente. – Seit 1999 befindet sich hier das Bühnen-Wirtshaus ‚Salzstadl‘ – ein gern besuchter Ort kulinarischer wie musikalischer Volkskultur. Die Wirtin Margit Werner-Pietsch lädt regelmäßig zum beliebten Musikstammtisch und bietet auf ihrer Wirtshausbühne seit Jahren ein vielfältiges Musik-Kulturprogramm, das neben Lesungen, Vorträgen und Kabarett, populäre Musik aus allen möglichen Sparten präsentiert. Im Motto ‚Von Avantgarde bis Zuwesinga‘ spiegelt sich diese Vielfalt sinnfällig, präsentiert von regionalen wie internationalen Künstlern, zum Beispiel der ‚Cremser Selection‘, ‚Federspiel‘, ‚Mnozil Brass‘ oder ‚Den Tanzgeigern’. Karl PEIN (Arr. Rudi Pietsch) ‚Pein Walzer‘; Die Tanzgeiger Seit 2004 beherbergt das Wirtshaus auch den Verein ‚That’s Jazz‘. 1994 gegründet vom Kremser Jazzpianisten Andreas Mayerhofer, befand sich das kleine Jazzlokal zuerst am Minoritenplatz, ab 1996 in der Steiner Landstraße 14, unmittelbar beim Kremser Tor, um schließlich in den ‚Salzstadl’ zu übersiedeln. Die Aktivitäten des rührigen Vereins spiegeln sich in der langen Liste von Auftritten bekannter Jazzmusiker von Kenny Wheeler, John Abercrombie, Elliott Sharp bis hin zu Wolfgang Puschnig, Fritz Pauer, Harry Sokal, Gerald Preinfalk, Thomas Gansch und viele andere mehr. Der Verein ‚That’s Jazz‘ führt damit die lange Tradition von Kremser Jazz-Lokalen weiter, die mit der Gründung des 1. Kremser Jazz-Clubs 1965 ihren Anfang genommen hat. Irving KAHAL ‚I’ll be seeing you‘ (Text: Sammy Fain); „That’s Jazz“-Quartet

STATION 11

Johann Georg Zechner Wohnhaus [Stein, Göttweigerhofgasse 7]

Johann Georg ZECHNER, Motette ‚Ave verum corpus‘; Chorus Musica sacra Kre...

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STATION 11

Johann Georg ZECHNER, Motette ‚Ave verum corpus‘; Chorus Musica sacra Krems; Alfred Endelweber (Ltg.) Im idyllisch gelegenen Göttweiger-Hof findet sich das Wohnhaus von Johann Georg Zechner (1716–1778), einem der bedeutendsten österreichischen Komponisten von Kirchenmusik Mitte des 18. Jahrhunderts. – Das weitläufige Anwesen des Hofes befand sich schon seit dem 13. Jahrhundert im Besitz des Stiftes Göttweig und diente den Benediktinern über Jahrhunderte als Weinlesehof und Verwaltungszentrum. – Zechner, der als 20-Jähriger ab 1736 als Organist im Stift tätig war, übte diese Stelle bis 1744 aus, um anschließend als Leiter der Kirchenmusik an die Stadtpfarre Krems St. Veit zu übersiedeln. Trotzdem blieb Zechner den Göttweiger Benediktinern weiter verbunden. Zahlreiche Kompositionen weisen ihn als ‚Hauskomponisten‘ des Stiftes aus. Nach seiner, vermutlich Anfang der 1750er Jahre, erfolgten Priesterweihe, erhält Zechner 1753 vom Bürgermeister und Rat der Stadt Stein ein Benefiziat an der Allerheiligenkapelle der Steiner Pfarrkirche St. Nikolaus. Ab nun wohnt Zechner bis zu seinem Tod im Göttweigerhof. Die Einkünfte des Benefiziats waren nicht gering (Zinsen auf ein Kapital von 10.000 Gulden, Erträgnisse von drei Zinshäusern, Äckern und Weingärten) und sicherten dem Künstler ein sorgenfreies Leben, das ab nun neben seinen priesterlichen Aufgaben in der Pfarrkirche zu Stein hauptsächlich dem Komponieren gewidmet war. Johann Georg ZECHNER, Offertorium ‚Strepant Tonitrua‘; Chorus Musica Sacra Krems; Erich Schagerl, Violine, Florian Zwiauer, Violine; Isburga Endelweber-Zelzer, Orgel; Alfred Endelweber (Ltg.) Mehr als 70 Messen, alle im prunkvoll repräsentativen Barockstil, fünf Requien, zahlreiche Offertorien, sowie geistliche Dramen und Huldigungskantaten, aber auch weltliche Werke wie Sinfonien, Konzerte und Lieder zeugen vom äußerst produktiven Schaffen. Der Hauptbestand von Zechners Kompositionen, die in allen habsburgischen Ländern Verbreitung fanden, liegt heute im Stift Göttweig archiviert. – Die späten Lebensjahre des Komponisten sind kaum dokumentiert, er stirbt in Stein 1778 im Alter von 63 Jahren. Johann Georg ZECHNER, Partita E-Dur; Erich Schagerl, Violine; Florian Zwiauer, Violine; Rudolf Leopold, Violoncello

STATION 12

Donau-Universität Krems [Stein, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30]

Ernst Krenek Institut Privatstiftung; Zentrum für Zeitgenössische Musik; Archiv der Zeitgenossen -...

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STATION 12

Ernst Krenek Institut Privatstiftung; Zentrum für Zeitgenössische Musik; Archiv der Zeitgenossen - Sammlung künstlerischer Vor- und Nachlässe
Als gelungene Adaption des zwischen 1919 und 1922 nach Plänen von Paul Hoppe errichteten Industriebaus der Tabakfabrik Stein wurde nach deren endgültiger Schließung im Jahr 1995 die Donau-Universität Krems als modernes Bildungs- und Kulturzentrum eröffnet. Bereits im Jahr 1985 fand hier, noch auf dem Areal der ehemaligen Tabakfabrik, eine richtungweisende Ausstellung statt, zum Thema ‚A. E. I. O. U. Mythos Gegenwart – der österreichische Beitrag‘. Die im Rahmen dieser Ausstellung versuchte Standortbestimmung österreichischer Wissenschaft und Kunst im internationalen Kontext kann auch identitätsbestimmend für die Einrichtungen der heutigen Donau-Universität Krems gesehen werden. – Als über das Kremser Musikleben hinaus bedeutend muss besonders die hier angesiedelte Ernst Krenek Institut Privatstiftung genannt werden. 2004 gegründet, gilt das Institut heute als bedeutende Forschungsstätte von internationalem Rang. Es ist Sitz des umfangreichen Nachlasses des 1938 aus Österreich in die USA emigrierten Komponisten, der, auf seine künstlerische Vielseitigkeit anspielend, als „One-Man History of Twentieth-Century Music" bezeichnet wurde. Mit Symposien, Ausstellungen, Publikationen, Konzerten und Workshops bereichert das Krenek-Institut das Musikleben der Stadt auf vielfache Weise. Als Teil des Department für Kunst- und Kulturwissenschaften widmet sich das Zentrum für Zeitgenössische Musik besonders der Erforschung von Musik im Kontext marktwirtschaftlicher Bedingungen. Des Weiteren verfügt das Zentrum über ein bedeutendes Archiv zur Musikerfamilie um Johann Strauss aus dem Besitz des Strauss-Forschers Franz Mailer. Das sogenannte ‚Archiv der Zeitgenossen – Sammlung künstlerischer Vor- und Nachlässe‘, eine 2010 gegründete Einrichtung der Niederösterreichischen Landesregierung, verfügt zur Zeit über die umfangreichen, bedeutenden Vorlässe des Schriftstellers Peter Turrini und des Komponisten Friedrich Cerha sowie über einen Teilvorlass des Architekten Wolf D. Prix. Der 1926 geborene Cerha gilt als bedeutendster österreichischer Komponist der Gegenwart, der sich unter anderem durch die Herstellung des 3. Aktes von Alban Bergs Oper ‚Lulu‘ auch international einen Namen machte. Zu Cerhas eigenem, aufsehenerregendem Opernschaffen gehört ‚Der Riese vom Steinfeld’. Das Libretto verfasste der eben erwähnte Peter Turrini. Friedrich CERHA ‚Der Riese vom Steinfeld‘ (Libretto: Peter TURRINI); 5. Szene, Überleitung; Chor, Orchester und Bühnenorchester der Wiener Staatsoper; Wiener Sängerknaben; Michael Boder (Ltg.)



STATION 13

Josef Pommer Wohnhaus 1913–1918 [Krems, Kasernstraße 30]

Josef Pommer (geboren am 7. Februar 1845 in Mürzzuschlag, gestorben am 26. November 1918 in Gröbmi...

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STATION 13

Josef Pommer (geboren am 7. Februar 1845 in Mürzzuschlag, gestorben am 26. November 1918 in Gröbming) gilt als wesentlicher Mitbegründer der österreichischen Volksmusikforschung. Pommer gab ab dem Jahr 1899 die Zeitschrift ‚Das deutsche Volkslied’ heraus, und war führender Mitarbeiter des Projekts ‚Das Volkslied in Österreich’ sowie Mitbegründer des Österreichischen Volksliedwerkes 1904. Hier widmete sich Pommer der systematischen Sammlung von Volksliedern und leitete das Unternehmen bis zu seinem Tod. – Nach seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer übersiedelte Pommer 1913 zu seinem als evangelischer Pfarrer wirkenden Sohn Helmuth nach Krems und verbrachte hier seine letzten Lebensjahre. Gstanzln aus dem Niederösterreichischen Volksliederbuch, Nr. 61, nach Hofer/Kronfuß/ Pommer; Chor Haag; Edgar Wolf (Ltg.)

STATION 14

Geburtshaus von Anna Maria Lager [Krems, Dominikanerplatz 5]

Franz LISZT/Wolfgang Amadeus MOZART ‚Réminiscences de Don Juan‘ für zwe...

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STATION 14

Franz LISZT/Wolfgang Amadeus MOZART ‚Réminiscences de Don Juan‘ für zwei Klaviere (R 379); Klavierduo Monika Egri & Attila Pertis Die Mutter des Komponisten und Klaviervirtuosen Franz Liszt, Anna Maria Lager, kam 1788 als neuntes von zehn (!) Kindern des Landwirts und Bäckers Mathias Lager und seiner Frau Franzisca in Krems Haus Nr. 314 zur Welt. Bei ihrer Geburt war der Vater Mathias Lager (dessen Treuzeuge Georg Gerhard Köchel, der Großvater Ludwig Köchels war!) bereits 73. Er verstarb 1796, als Anna Maria gerade erst 8 Jahre alt war. Annas Mutter starb nur ein halbes Jahr später, mit 45 Jahren. – Die Vollwaise dürfte nun bei ihren älteren Geschwistern aufgewachsen sein, jedenfalls finden wir Anna ab 1807 bei ihrem älteren Bruder Franz Xaver in Mattersburg. Hier dürfte sie auch als Stubenmädchen ihren späteren Gatten Adam Liszt kennen gelernt haben. Die Heirat des 35jährigen Gutsverwalters des Fürsten Esterhazy, Adam Liszt, mit der 23jährigen Bäckerstochter Anna Maria Lager fand dann am 11. Jänner 1811 in der Pfarrkirche Unterfrauenhaid bei Raiding statt. Dort wurde wenig später Franz Liszt als einziger Sohn des jungen Ehepaars am 22. Oktober geboren. Als aufopfernde Mutter ordnet sich Anna Maria Liszt fortan den ehrgeizigen Karriereplänen von Ehemann und Sohn unter. – Nach dem plötzlichen Tod Adam Liszts 1827 zieht die Mutter zum Sohn nach Paris, um dessen beginnende Virtuosen-Karriere fürsorglich zu begleiten. Ihrem ausgeprägten Familiensinn ist es auch zu verdanken, dass sie nach dem Scheitern der Verbindung ihres Sohnes mit der Gräfin Marie d‘Agoult die Erziehung der drei aus dieser Beziehung stammenden Kinder Blandine, Cosima (der späteren zweiten Frau Richard Wagners) und Daniel aufopfernd übernimmt. – Maria Anna Liszt stirbt 1866 in Paris, im Haus des Gatten ihrer Enkelin Blandine, Emile Ollivier (des späteren französischen Ministerpräsidenten). Franz LISZT/Wolfgang Amadeus MOZART ‚Réminiscences de Don Juan‘ für zwei Klaviere (R 379); Klavierduo Monika Egri & Attila Pertis

STATION 15

Kirchenmusik an der Pfarrkirche St. Veit [Krems, Pfarrplatz]

Die Kirchenmusik an der 1111 erstmals urkundlich erwähnten Pfarrkirche St. Veit kann auf eine lange...

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STATION 15

Die Kirchenmusik an der 1111 erstmals urkundlich erwähnten Pfarrkirche St. Veit kann auf eine lange Tradition zurückblicken und hatte über Jahrhunderte zentrale Bedeutung für das Musikleben der Pfarre und damit der Kremser Bürger. Unterstützt von Instrumentalisten (zumeist dem städtischen Thurnermeister samt seinen Gesellen), lag die Pflege der Musik dabei seit dem Mittelalter in den Händen des Regens Chori, der üblicherweise auch den Organistendienst und das Schulmeisteramt in einer Person vereinigte. Aus den zu unterrichtenden Schülern rekrutierte sich zumeist auch der Kirchenchor. So waren die Zöglinge des St. Michael Stiftshauses (Althangasse 1) zur Mitwirkung bei der Kirchenmusik verpflichtet. Der erste nachweisbare Rector Chori an der Stadtpfarre war Adam Keller, Mitte des 17. Jahrhunderts. Ihm und den Chorsolisten standen, wie allen Nachfolgern, eine Wohnung im so genannten Tenoristenhaus, auch Sängerhof genannt, zu. – Die enge musikalische Verbindung zwischen der Kremser Pfarre und dem Stift Göttweig fand Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt im Wirken des weithin bekannten Organisten und Komponisten Johann Georg Zechner. Von 1736 bis 1743 als Organist in Göttweig tätig, wird er 1744 als „Organist und Komponist in Krems“ genannt und wirkte nachweislich von 1746 bis 1753 als Chordirektor an der Stadtpfarrkirche. – Auch im 19. Jahrhundert befindet sich die Kremser Kirchenmusik weiterhin auf beachtlichem Niveau. Musikhistorisch bemerkenswert ist die Abnahme der neuerrichteten Orgel durch Anton Bruckner am 8. Juli 1875. Das diesbezügliche Testat bescheinigt dem Instrument einen „schönen Klang und Tonentfaltung im Pleno“, weiters verdiene die „Vorzüglichkeit des Mechanismus und Gebläses die vollste Anerkennung“ – gezeichnet Anton Bruckner. – Mit Wenzel Heybal, Rudolf Wimmer und Wilhelm Wolter fand die Kirchenmusik in Krems auch im 20. Jahrhundert würdige Vertreter. Besonders aber das jahrzehntelange Wirken von Alfred Endelweber (Regens Chori von 1969 bis 2014) und der, unter seiner Leitung neu gegründete ‚Chorus Musica Sacra‘ etablierten die geistliche Musik als fixen Bestandteil des Konzertlebens, um die Sakralmusik in Krems auf ein bis dahin nicht gekanntes professionelles Niveau zu heben. Die von Gerhard Hradetzky neu erbaute Orgel bietet seit der Einweihung 1986 einen entsprechenden und repräsentativen instrumentalen Rahmen. Anton BRUCKNER, Antiphon, Antiphon ‚Tota pulchra es Maria‘; Chorus Musica Sacra Krems; Robert Brei, Tenor; Isburga Endelweber-Zelzer, Orgel; Alfred Endelweber (Ltg.)

STATION 16

Piaristen-Gymnasium [Krems, Piaristengasse 2]

Nach dem Besuch der Grundschule in Stein absolvierte Ludwig Köchel das Gymnasium bei den Piaristen ...

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STATION 16

Nach dem Besuch der Grundschule in Stein absolvierte Ludwig Köchel das Gymnasium bei den Piaristen in Krems. Diese erstmals im 13. Jahrhundert erwähnte Schule wurde bereits im 16. Jahrhundert als fünfklassiges Gymnasiums geführt und im 17. Jahrhundert unter Führung der Jesuiten zu einer sechsklassigen Lateinschule ausgebaut. Dem humanistischen Bildungsideal verpflichtet, übernahmen 1776 die Piaristen die Bildungsanstalt. Im Jahr 1802 wurde an die damals fünfjährige Gymnasialzeit ein zweijähriges Philosophikum angegliedert. – Für Ludwig Köchel, der ab dem Schuljahr 1810 Schüler dieser Anstalt war, bedeutete dies eine umfassende Allgemeinbildung und zugleich ideale Vorbereitung auf ein universitäres Studium. Im Jahr 1816 schloss Köchel das Gymnasium mit bestem Erfolg ab, wie der Abgangs-Katalog bestätigt. Neben einer gediegenen humanistischen Bildung entsprach die Pflege von Kunst und Musik der schulischen Tradition. Auch der junge Köchel widmete sich bereits während seiner Schulzeit der Musik: so existieren aus jener Zeit einige Kompositionsversuche, einfache Lieder und Tänze für Klavier. Auf einem der erhaltenen Notenblätter steht zu lesen: „Fatti 1815 nel anno primo della mia letteratura nel Forte Piano“. – Köchel hielt ‚seinem‘ Gymnasium über den Tod hinaus die Treue, indem er der Schule ein ansehnliches Legat hinterließ. So vermachte er seine „Sammlungen an Pflanzen und Mineralien sammt den dazugehörigen 5 Kasten und den naturhistorischen Büchern (…) in dankbarer Erinnerung der Lehranstalt, wo ich meine erste Bildung erhielt.“ Ludwig KÖCHEL, Sechs Tänze für Klavier (Nr. 1); Peter Barcaba, Klavier

STATION 17

Rudolf Süß Wohnhaus [Krems, Göglstraße 6]

Rudolf SÜSS, Komm mit mir in die grüne Wachau; Text: Via von Severus; Rober...

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STATION 17

Rudolf SÜSS, Komm mit mir in die grüne Wachau; Text: Via von Severus; Robert Holl, Bassbariton; Midori Ortner, Klavier Rudolf Süß, geboren 1872 in Vitis (Niederösterreich), Sängerknabe im Stift Zwettl, studiert Theologie und wirkt als Religionsprofessor von 1901 bis 1932 am Piaristen-Gymnasium in Krems. Schon früh musikalisch interessiert, erlernt Süß zuerst autodidaktisch verschiedenste Instrumente, ehe er die Staatsprüfungen in Violine und Gesang ablegt. Als Mitglied des Wiener Schubertbundes gründet er ein erfolgreiches Gesangsquartett, als Komponist beliebter Wachau-Lieder steht er gleichbedeutend neben Ludwig Muther. – Rudolf Süß wohnte hier im ehemaligen Wilheringer Lesehof von 1901 bis zu seinem Tod 1933. – Zu seinen bekanntesten Liedern zählen ‚Daheim am Donaustrand’, ‚Aus blühenden Gärten‘, ‚Es war einmal’, und sein wohl populärstes Lied. Rudolf SÜSS ‚Komm mit mir in die grüne Wachau‘; Text: Via von Severus; Robert Holl, Bassbariton; Midori Ortner, Klavier

STATION 18

Ludwig Ritter von Köchel Musikschule [Krems, Hafnerplatz 2]

Ludwig van BEETHOVEN, Sonatine G-Dur (Anh. 5/2), 1. Satz: Moderato; Sonja Top...

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STATION 18

Ludwig van BEETHOVEN, Sonatine G-Dur (Anh. 5/2), 1. Satz: Moderato; Sonja Topf, Klavier Initiativen zur Gründung einer Musikschule reichen in Krems bereits ins 19. Jahrhundert zurück und wurden vom ansässigen Gesangs- und Orchesterverein betrieben. Dabei galt das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien als institutionelles Vorbild. Doch scheiterten aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen alle diesbezüglichen Versuche schon nach kurzer Zeit. Erst unter dem Kremser Musiker und Komponisten Erich Hans Bruckner gelingt Anfang der 1930er Jahre die dauerhafte Einrichtung einer öffentlichen Musikschule in Krems. Vorerst geführt als Zweigstelle des 1926 gegründeten Wiener Volkskonservatoriums, erfährt die Schule mit ihrem breit gefächerten und attraktiven Angebot (von Banjo und Saxophon über Tanz und Kinderchor bis hin zu Musiktheorie) bald regen Zulauf. Ab 1935 in den neu gegründeten ‚Niederösterreichischen Musikverein‘ eingegliedert, erfolgt nach 1945 die wesentliche Impulsgebung zur Reorganisation der Kremser Musikschule dann durch den bekannten Komponisten und Dirigenten Thomas Christian David ab 1964. Eine erfolgreiche Aufbauarbeit, die unter der Leitung von Helmut Göllner Mitte der 1990er Jahre in der Zuerkennung des Öffentlichkeitsrechtes und in der Umbenennung in ‚Ludwig Ritter von Köchel Musikschule‘ gipfelte. – Heute gehört die Schule als bedeutende und erfolgreiche Bildungseinrichtung dem Musikschulverband des NÖ Musikschulmanagements an. Die vielfältigen Aktivitäten (von der elementaren musikalischen Früherziehung bis hin zu erfolgreichen Teilnahmen beim überregionalen Musikwettbewerb ‚Prima la Musica‘) bilden dabei die wesentliche Grundlage regionaler Musikförderung auf breiter Basis. Die Schule ist damit zugleich ein wichtiger Beitrag zu gelebter Volkskultur. Battare (Trad. Klezmer-Musik); Matthias Eberhardt, Akkordeon; Ensemble KlezSix

STATION 19

Ludwig Muther Wohnhaus [Krems, Austraße 31]

Ludwig Muther, geboren 1866 in Bludenz, war zuerst als Geiger und Kapellmeister in Deutschland und O...

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STATION 19

Ludwig Muther, geboren 1866 in Bludenz, war zuerst als Geiger und Kapellmeister in Deutschland und Oesterreich tätig, ehe er 1895 für drei Jahre als Musiklehrer und Chormeister nach Argentinien ging. 1898 nach Österreich zurückgekehrt, wirkt er als Lehrer für Chorgesang, Violine und Klavier beim Musikverein Innsbruck. 1906 geht er als Kapellmeister ans Theater an der Wien und ab 1910 wirkt Muther als Musikprofessor an der Lehrerbildungsanstalt in Krems und leitet von 1911 bis 1918 den Gesangs- und Orchesterverein der Stadt. Als erster bedeutender Wachau-Lied-Komponist schreibt Ludwig Muther eine Vielzahl populär gewordener Melodien; er stirbt 1924 in Krems. – Viele seiner Kompositionen sind mittlerweile zum musikalischen Volksgut der Region geworden. Ludwig MUTHER ‚An Krems‘; Robert Holl, Bassbariton; Midori Ortner, Klavier

STATION 20

Wasserhof; Beethoven-Haus [Gneixendorf, Wasserhofstr. 5-9 bzw. Schlossstraße 19]

Das im Norden etwas außerhalb von Gneixendorf gelegene Schloss ‚Wasserhof’ war im 16. Jahrhunde...

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STATION 20

Das im Norden etwas außerhalb von Gneixendorf gelegene Schloss ‚Wasserhof’ war im 16. Jahrhundert zusammen mit dem Trautingerhof im Besitz von Stift Berchtesgaden. Das Gut ging 1630 als Geschenk an die Kremser Jesuiten und wurde 1820 von Johann van Beethoven, dem Bruder des Komponisten Ludwig van Beethoven, erworben. Einer Einladung seines Bruders folgend, verbrachte der Komponist den Herbst 1826 gemeinsam mit seinem Neffen Karl in der ländlichen Umgebung von Gneixendorf, in der Hoffnung auf Besserung seiner angegriffenen Gesundheit. Ausgedehnte Spaziergänge dienten der Erholung und führten Beethoven wohl bis Lengenfeld, Langenlois und Krems. – Hier im Gut ‚Wasserhof’ vollendete der Komponist sein letztes Streichquartett in F-Dur op. 135, dessen Finalsatz die beziehungsvollen Worte vorangestellt sind: „Der schwer gefasste Entschluß. Muß es sein? Es muß sein!“ – Nach kurzzeitiger Besserung verschlechterte sich jedoch Beethovens Gesundheit deutlich; nach zusätzlichen Unstimmigkeiten mit der Familie seines Bruders entschloss sich der Komponist Ende November 1826 zur Rückreise nach Wien. – Der Gneixendorfer Landaufenthalt sollte der letzte des naturliebenden Komponisten gewesen sein, denn nur wenige Monate später verstarb Beethoven im März 1827. – Der heute als ‚Beethoven-Haus’ geführte ehemalige Trautingerhof (Schlossstraße 19) stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert, und fungiert heute mit seinem schönen klassizistischen Ambiente als stimmungsvolle Beethoven-Gedenkstätte – die Beethoven allerdings nie bewohnt hatte. Der Name des Hauses bezieht sich demnach auch auf Ludwigs Bruder, Johann, dem Besitzer des Anwesens. Ludwig van BEETHOVEN, Streichquartett op. 135, 4. Satz: Grave, ma non troppo tratto – Allegro; LaSalle Quartett

Sponsoren

KÖCHEL-PROMENADE
…AUF MOZARTS SPUREN DURCH
KREMS UND STEIN

Die „Ludwig Ritter von Köchel Gesellschaft“ ist unter anderem mit der Reihe „Kammermusik erklärt gehört – Gesprächskonzerte im Kloster UND“ seit Jahren als eine der wichtigsten kulturellen Institutionen der Stadt Krems etabliert. Aus Anlass des 20jährigen Jubiläums dieses 1995 konstituierten Vereines wird mit der „Köchel-Promenade“ ein nachhaltiges Beispiel interaktiver Auseinandersetzung mit musikalischem Erbe gesetzt.

20 Stationen zu musikalisch bedeutenden Gebäuden, Höfen und Plätzen sollen Besucherinnen und Besuchern interessante Eindrücke einer überaus reichhaltigen Tradition und der lebendigen Gegenwart unserer Kulturstadt ermöglichen. Die Musikbeispiele sowie viele weitere Informationen können via Smartphone auch direkt vor Ort abgerufen werden und machen auf diese Weise einen virtuellen Themenweg mit Audioguide unmittelbar erlebbar.

Die Finanzierung der „Köchel-Promenade“ ist durch Subventionen der Kulturabteilungen der Stadt Krems und des Landes Niederösterreich mit Beteiligung der „Ludwig Ritter von Köchel Gesellschaft“ realisiert worden. Zudem haben Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft und private Geldgeber die Patenschaft für einzelne Stationen übernommen.

Idee & Konzept: Severin Endelweber und Manfred Permoser

Sprecher: Albert Hosp

Impressum

Medieninhaber / Herausgeber
Ludwig Ritter von Köchel Gesellschaft
Verein zur Förderung musikalischer Aktivitäten in Krems
Hafnerplatz 2, 3500 Krems
ZVR: 083531298 E-Mail: info@koechelgesellschaft.at

Gestaltung & Wartung:
Studio Ideenladen
e-mail: studio (a) ideenladen.at
web: www.ideenladen.at

Konzept & Idee: Severin Endelweber und Manfred Permoser
Sprecher: Albert Hosp

Die Musikbeispiele (Aufnahme- und Verlagsrechte) wurden mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt von:

Die Abbildungen (Fotorechte) wurden mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt von:

Internationale Stiftung Mozarteum www.mozarteum.at (1/Köchel-Portrait)

Bibliotheca Mozartiana http://bibliothek.mozarteum.at (6/Brief-Faksimile)

Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde Wien www.a-wgm.com (1/Köchel-Verzeichnis, 16/Köchel-Notenblatt)

Hildegard Schandl www.ernstschandl.at (6/Schandl-Portrait)

Leo Höld (20/Beethoven-Zimmer & -Büste, Trautingerhof)

Bildnachweis für alle anderen Aufnahmen © www.uschioswald.at

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